Gemeinwohlorientierte Entscheidungsfindung mit Blockchain

Wie können algorithmen-gestützte Kriterienvergleiche für bestmögliche Entscheidungen genutzt werden?

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Beteiligung beendet

Anwendungsfall Waldwirtschaft

In dem Video erklären wir am Beispiel der Waldbewirtschaftung, wie eine partizipative Multikriterienanalyse funktioniert. Ausgangspunkt ist immer ein modellierter Anwendungsfall. In unserem Beispiel eine Problemstellung aus der Waldpolitik.

Die Frage lautet: Wie soll die künftige Waldbewirtschaftung für einen konkreten Wald aussehen?

Mit einer Multikriterienanalyse werden Entscheidungsträger*innen befähigt, eine solche komplexe Problemstellung zu beantworten, indem mehrere alternative Lösungen im Vergleich miteinander bewertet werden.

Und das geht so:

In unserem Fall stehen sechs alternative Lösungen zur Wahl:

  • Wald mit Mitbestimmung,
  • Wald mit Open Data,
  • Inventur- & Monitoring-Wald,
  • Produktiv-Wald,
  • Naturschutz-Wald,
  • Klimaschutz-Wald

Diese Alternativen wurden zuvor auf der Basis gemeinsam definierter 13 Kriterien und deren unterschiedlicher Ausprägungen beschrieben:

  • Mehr Klima- und Extremwetterschutz,
  • Mehr Effizienz in der Holzproduktion,
  • Mehr Mitbestimmung,
  • Mehr neue Dienstleistungen im Wald,
  • Mehr Biodiversität & Naturschutz,
  • Mehr Mitbestimmung,
  • Mehr Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten,
  • Niedrigerer Holzpreis,
  • Mehr lokale Holzprodukte,
  • Mehr Bildung und Forschung,
  • Mehr Transparenz & Monitoring,
  • Bessere Zertifizierung,
  • Weniger Eingriff

Bei der vergleichenden Bewertung kann als Gewichtungsmethode der Paarvergleich eingesetzt werden. Der Paarvergleich hat den Vorteil, dass jeder Entscheidungsträger nicht wissen muss, wie wichtig ihm ein einzelnes Kriterium für sich genommen ist. Denn er entscheidet immer in Relation zur Wichtigkeit anderer Kriterien. Diese relative Gewichtungsmethode endet mit relativen Wichtigkeiten für jedes Entscheidungskriterium. Als Ergebnis wird den Entscheidungsträgern die für sie beste Alternative angezeigt.

In einer partizipativen Multikriterienanalyse führen alle Entscheidungsträger*innen die Analyse durch und geben dem System ihre Präferenzen an. Am Ende werden alle eingegebenen Präferenzen automatisch aggregiert. So steht am Ende die Alternative als Ergebnis fest, die – über alle Entscheidungsträger*innen hinweg – am häufigsten bevorzugt wird.

Für die Akzeptanz der Lösung ist das Verfahren entscheidend:

  • Es ist wichtig, dass die Kriterien zuvor gemeinsam definiert und erhoben wurden.
  • Es ist ferner wichtig, dass die Entscheidungsträger*innen alle Kriterien verstehen und akzeptieren.
  • Die Alternativen werden dann durch konkrete Ausprägungswerte der Kriterien beschrieben.
  • Wie sehr jede Alternative welches Kriterium erfüllt, wird dabei expertengestützt definiert.

Die hier gezeigte Darstellung ist allerdings durch zwei Punkte limitiert:

  • die Alternativen wurden vorgegeben und
  • die Nutzenfunktionen wurden bei allen Ausprägungen als linear angenommen, obwohl Teilnutzenwerte sich in der Realität normalerweise zwischen den Entscheidungsträger*innen unterscheiden.

Trotz dieser Einschränkung wird sichtbar, wie mit der partizipativen Multikriterienanalyse Akteure mit unterschiedlichen Interessen gemeinsam gemeinwohlorientierte Entscheidungen treffen können.

Anwendungsfall Waldwirtschaft - Kann der gewählte Ansatz funktionieren?
Wie sinnvoll sind gemeinsame Entscheidungsfindungen in der Waldwirtschaft?
Kann der Wald profitieren?